Corona und Klimaschutz

Während der Fokus der Menschheit, insbesondere der Medien, nur noch auf die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen gerichtet ist, wird das für unser aller Existenz wichtige Thema Klimawandel fast ausgeblendet: Regenwälder in Südamerika werden weiterhin täglich niedergebrannt und abgeholzt, Dürre und Hungersnöte in Afrika infolge des Klimawandels verstärken sich in ihrer Wirkung. Statt für Klimaschutz gibt unsere Regierung Geld in astronomischer Höhe für die Aufrüstung und Kriegsvorbereitung aus. Statt konsequent erneuerbare Energien und neue Antriebstechnologien in Deutschland zu fördern, besteht die Gefahr, dass die klimazerstörerische konventionelle Autoindustrie mit Milliarden unserer Steuergelder gefördert wird und dabei noch dreist auf Dividendenzahlungen für unsere „bedürftigen Millionäre“ pocht. Der ohnehin weichgespülte Kohlekompromiss würde von manchen Lobbyisten für ein „weiter so“ lieber heute als morgen beerdigt.
Die Corona-Krise ist unser aller Chance, den Menschen deutlich zu machen: Wenn wir jetzt nicht ebenso den Rat der Klimafolgenforscher beherzigen wie den der Virologen, dann zerstören wir unsere Existenzgrundlage, die Biosphäre der Erde und damit auch das Leben unserer Kinder und Kindeskinder.
   

        Deshalb fordern wir:

  • Industrie und Politik müssen beim Wort genommen werden, konsequent die Pariser Klimaziele auf dem Weg aus der Corona-Krise umzusetzen;
  • Subventionen für die Autoindustrie und alle anderen Wirtschaftszweige nur da, wo tatsächlich Klimaschutz verwirklicht wird;
  • Wirtschaftsförderung unter konsequenter Einbeziehung einer „Folgenforschung“ in deren Gremien Wissenschaftler und Interessenvertreter aller gesellschaftlichen Bereiche mitentscheiden und die Lobbyisten außen vor bleiben;
  • Konsequente Abrüstung auf der Basis neu zu schließender weltweiter Friedensverträge und Einsatz der frei werdenden Mittel gegen die reale Gefahr: die Klimazerstörung;
  • Sozial ausgewogene Gestaltung der Maßnahmen zum Klimaschutz, die Ärmsten mitnehmen, die „Systemrelevanten“ tatsächlich unterstützen;
  • Die Lerneffekte aus den Corona-Zeiten konsequent nutzen: Sparsamer Umgang mit Ressourcen, Verlagerung von Lebensmittel- und Medikamentenproduktion nach Europa, konsequente Nutzung der Vorteile der Digitalisierung, neu über wirkliche Faktoren der Lebensqualität nachdenken: Das haben wir selbst in der Hand!
Für die AG Umwelt – Mai 2020: von Hans-Jürgen Krauss-Erge